Freitag, 26. Februar 2010

Ganz einfach...


Warum? Darum! Wer diese Frage oft genug stellt und beantwortet, kommt irgendwann zum Kern des Lebens. Oder?

Simplicity we use to survive, singt Sizzla ...

In letzter Zeit tue ich es immer öfter und ich weiß nicht, ob es richtig ist oder mich nur in weitere Sackgassen führt. Oder ob es nur ein Zeitvertreib ist, den ich irgendwann wieder aufgeben werde, wie fast jeden Zeitvertreib.

Auf jeden Fall, ich vergegenwärtige mir einen Wunsch oder einen Traum, den ich momentan habe, meinetwegen auch ein Ziel. Und dann frage ich mich: Warum genau möchtest du das eigentlich? Und versuche eine ehrliche Antwort darauf zu finden.

Wenn ich die Antwort habe, frage ich mich: Und warum willst du das? Wenn ich es weiß, frage ich mich wiederum: Und warum das? Wozu dient es? Immer so weiter. Bis es nicht mehr geht.

Und dann gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder die Kette hängt in der Luft, sie ist nirgendwo verankert, das Ziel scheint zu nichts führen. Oder es gibt tatsächlich eine Antwort, die sich nicht weiter reduzieren lässt. Dann frage ich mich: Gründet diese Antwort auf einer Angst oder einem Verlangen? Eins von beiden trifft immer zu.

Und Angst ist auch nur Verlangen, negatives: man will etwas vermeiden.

Egal, was es ist, was ich möchte, es läuft auf ein Verlangen hinaus. Darauf lassen sich alle Wünsche zurückführen. Wenn das Verlangen keine Notwendigkeit wie essen oder schlafen ist, dann muss es eine Gier oder Sehnsucht sein. Und Gier und Sehnsucht sind unendlich. Hast du Geld, willst du mehr, hast du Liebe, willst du auch mehr. Egal, was du bekommst, es reicht nicht, nie. Dein Verlangen hilft dir nur, dein Glück zu verschieben, in eine Zukunft, die nicht statt findet.

So simpel, so einfach. Banal mag man möglicherweise sagen.

Die Wünsche, die in der Luft hängen, sind häufig leicht zu vergessen. Den anderen versuche ich immer öfter den Rücken zuzuwenden. Vielleicht wie ein trotziges Kind, vielleicht wie eine weise Frau, keine Ahnung, ehrlich nicht.

Ich will nichts erreichen, ich will an keinen Ort. Wohin denn auch? Der Berg hat keinen Gipfel, es ist nur ein steiniger Weg aufwärts, der nirgends hinführt.

Das ist ganz leicht, wenn es mir eine Zeit lang gut geht. Sobald es schlecht läuft, fange ich wieder an zu klettern. Auf einen riesigen Hügel, den ich selber auf türme, in dem ich Verlangen auf Verlange anhäufe.

Einige würden auch sagen: I know it's wrong, but I want it to be right...

Kommentare:

  1. Zitat:
    Der Berg hat keinen Gipfel, es ist nur ein steiniger Weg aufwärts, der nirgends hinführt.

    Wow. Mehr kann ich eigentlich gar nicht sagen. Viel Wahres in diesem Text. Kann man sich wiedererkennen.

    Wünsche dir ein schönes WE!

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  2. Wow, vielen Dank für Deinen Blog Besuch und die Zeilen Caschy. Solch Zeilen von einen Tech Blog Guru ;-), freut mich.

    Unser Streben im Leben hat ab und an schon merkwürdige Formen ...

    Ich wünsche Dir / Euch auch ein tolles Wochenende und besten Gruß nach Bremerhaven von Jasmin

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  3. Deine These würde bedeuten, dass der Kern des Lebens was festes unveränderliches ist.
    Sein Sinn, der Berg ohne Gipfel, bleibt jedoch fiktiv.

    Ich höre da so eine latente Resignation heraus.

    Eine zweckbezogene Sehnsucht hat bei Erreichung des Zieles ein Ende oder?
    Natürlich gibt es danach keinen Stillstand, denn alles ist im Wandel und der Sinn der sich nennen lässt, ist nicht der ewige Sinn, aber bestimmen tust ihn doch letztendlich Du selbst!

    Liebe Grüße von mir aus Esslingen zu Dir nach Boston und nen guten Start in die neue Woche
    Marco

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  4. Ich bin aufgrund eines Kommentares von dir hierher gekommen, soviel zur Erklärung.
    Zu dem Post:
    Typisch, kenne ich. Etwas zu tun und sich selber zu hinterfragen. Warum nicht einfach tun was man mag, ohne einen Sinn dahinter zu suchen, ohne einen Zweck zu erfragen ?
    Vielleicht sind wir so....

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  5. Hi und einen guten Abend Marco, freut mich dass Du mal wieder vorbei schaust.

    Eine Blog Freundin (Johanna) hatte mir dazu folgendes geschrieben:

    Obwohl irgendwann das Verlangen nach Qualität im Leben die Oberhand gewinnt und man manche Ziele zurückschraubt und eine andere Wertigkeit in sein Leben bringt. Gelassenheit und Zufriedenheit sind auch Ziele, die zu erreichen, es manchmal einem Hürdenlauf gleichtun.

    Ich finde das Streben nach mehr bzw. aus allem fast eine Weltmeisterschaft zu machen sehr mühsam Marco und das schon in meinem Alter lach und erst Recht zum Anfang meiner richtigen beruflichen Laufbahn.

    Mag aber auch daran liegen, dass ich sehr viel Ehrgeiz besitze und über Jahre Leistungssport betrieben hatte.

    Danke für Deine Zeilen und noch eine tolle Rest-Woche nach Esslingen Marco..

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  6. Hallo und vielen herzlichen Dank für Deinen Blog Besuch Exhausted. Dann hast Du mich wohl bei der GUTEN Evo / Frau Eiskalt http://evolution-eiskalt-abgebloggt.blogspot.com/ gelesen.

    Ich genieße ihre Blog´s.

    Ich denke wir hinterfragen unsere Entscheidungen / Gedanken so sehr, weil wir einfach versuchen die bestmögliche zu treffen bzw. zu schauen ob wir auf den richtigen Weg sind.

    Mag an Unsicherheit / Erfahrung liegen, aber zum Glück gibt es auch kein Navi für unser Leben.

    Zumindest ist es bei mir so, bin da aber auch etwas sehr pragmatisch und habe einen Mangel an Spontanität lach..

    Dieses kommt mir aber im Studium zu GUTE, vermutlich habe ich deswegen auch die Naturwissenschaft / Medizin gewählt.

    Freut mich das Du mal vorbei geschaut hast und Dir auch noch eine erfolgreiche und schöne Woche. Mit den besten Gruß von Jasmin

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  7. Ich kenne das Problem, sich selber zu sehr zu hinterfragen, genau. Daraus resultieren Zweifel an den eigenen Entscheidungen.
    Und oftmals Ärger über unüberlegte Entscheidungen anderer.
    Was hast du denn nun gewählt ? Naturwissenschaft oder Medizin ;-)

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  8. Vermutlich verkomplizieren / problematisieren wir auch viele Dinge einfach.

    Ich habe den Mittelweg gewählt, die Medizinische Biologie / Mikrobiologie.

    Wünsche Dir einen feinen Start ins Wochenende

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  9. Aber dann als Teil des Bio-Studiums, oder ?

    Auch schönes WE

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  10. Eher als Teil eines Med Studiums, habe Schwerpunkte wie Immunologie, Virologie und Pharmakologie.

    Dir einen guten Start in die neue Woche.

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  11. Verstehe....weg vom Krankenbett...:-)

    Auch nen guten Wochenstart !

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